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Copyright:
Claudia Wicke
2001-2008
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zum "alten Typ" oder "Ur-beardie"
Im Internet kursiert mal
wieder die Unsicherheit über den angeblichen "Ur-Beardie" oder
Beardie vom "alten Typ". Also, die sogenannten Modebeardies sind
schreckhaft und ängstlich, während die Urbeardies wesenfest und unerschrocken
sind! Meiner
Meinung nach ist vieles auch eine Sache der Erziehung. Da ich selber seit 1983 mit
britischen Hütehunden zu tun hatte, kann ich sehr wohl eigene Erfahrungswerte
anbringen.
Nach meinem wirklich pflegeleichten Bobtail Clanny (er verschnarchte
regelrecht die Kämmorgien), hab ich in meiner "Blauäugigkeit"
angenommen, dass auch der nächste Brite so sein müsste. Weit gefehlt ... im
zarten Alter von 3 Monaten schnitt ich den zappeligen Jolly beim Kämmen so sehr, dass danach 3 Wochen
Trichter angesagt waren! Das war letztendlich der Grund, warum er eine
Kämm-Phobie entwickelte (was auf einer bestimmten Seite leider unterschlagen
wird!), die ich mit der Zeit besser unter Kontrolle bekam.
Der Beardie ist eben der Clown unter den Briten und ist ganz anders zu
handeln als ein Bobtail. Er ist noch sensibler, aber auch ein großer
Schauspieler, den man erstmal durchschauen lernen muss. Auch das Fell eines Beardies unterscheidet sich sehr
von dem eines Bobtails. Sowas will auch erstmal gelernt sein, mit dem glatteren
Fell und weniger Unterwolle beim Beardie umzugehen, als die viele Unterwolle und
das welligere Deckhaar des Bobtails!
Nun besitze ich seit einem Jahr einen
angeblichen "Modebeardie", der allerdings keinerlei Anzeichen zeigt,
sich als solcher zu outen. Er liebt es, nach einer Trainingseinheit mit dem
Clicker, eine entspannende Massage mit der Mason Pearson Bürste auf dem Tisch zu
genießen, selbst am Unterboden (im Moment ist er
noch in der "Wir verlieren das Baby-Fell"-Phase"). Vieles
an seinem Verhalten verdanke ich auch seiner Züchterin, die ihn sehr gut in den
ersten 8 Wochen geprägt hat, ihn für die "achso grausame
Modebeardie"- Welt vorbereitet hat mit den 3 K's ... Kinder, Krach,
Katzen!
Nach diesen langjährigen
eigenen Erfahrungen beschloss ich, diesmal noch weniger Fehler zu machen (kein
Hund ist fehlerfrei, egal welcher Rasse) und meinem Hund
eine wirklich gute Ausbildung zu bieten. Duncan wurde mit 9 Wochen bei Denise
Nardelli auf
den Clicker konditioniert. Laut seiner Ahnentafel müsste er eigentlich
verschreckt und verängstigt beim Click reagieren. Komischerweise ist er in
keiner Weise schreckhaft. Im Gegenteil, er liebt
es, gefordert zu werden und ist immer wissbegierig auf neue Übungen. Er war in
der Welpengruppe der einzige Beardie, aber der Oberstreber zwischen 4 Border
Collies!
Wir sind inzwischen dazu übergegangen nun
"Kreativ"-Clicker zu machen, sprich,
Duncan muss selber denken und Handlungen anbieten .... also, das kann nun wirklich kein
sogenannter "Modebeardie" sein, oder???
Fazit: wer seinen Beardie
fordert, egal welcher "Linie", wird viel Freude mit diesen Clowns
haben!
Einen sehr gelungenen
Beitrag zum Thema "Urbeardie" fand ich von Marita Liss (http://www.charming-bearded.de),
den ich mit ihrer freundlichen Genehmigung hier veröffentlichen darf:
Jeder
der sich für einen Bearded Collie interessiert wird irgendwann auf den Begriff
„alter Typ“ stoßen. Mittlerweile findet man sogar eine Website, die sich
zwar mit wenigen Fakten, aber dafür mit viel Polemik mit diesem Thema beschäftigt.
Ja, und was ist denn nun eigentlich der „alte Typ“?
Auf Abbildungen von früheren Zeiten ist zu sehen, was gemeint ist. Ein
Bearded Collie mit deutlich kürzerem Fell als bei den heutigen Beardies. Und
warum war das so???
Sollte DAS wirklich ein prägnantes Merkmal des Bearded Collie sein?
Wenn man sich einmal überlegt, wie viel Zeit wohl ein Schäfer in die
Fellpflege seiner Hütehunde investiert hat, liegt die Antwort eigentlich auf
der Hand. Die Hunde wurden ganz einfach mit den Schafen geschoren. Eine Bürste
bekamen sie in ihrem Leben nicht zu Gesicht.
Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Schäfer
Wohl kaum!
Die in diesem Zusammenhang immer wieder gemachte Gleichsetzung von
„kurzhaarig gleich robust und wesensfest“ und „langhaarig gleich
krank und ängstlich“
ist daher nur eins, nämlich ausgesprochen dumm!!!
Ich mag kaum glauben, dass es Menschen gibt, die so etwas wirklich ernst
nehmen.
Es ist unbestritten, dass man auch heute noch ab und zu Beardies
trifft, die den alten Abbildungen noch in etwa entsprechen. Allerdings würde
ich mir da ernsthafte Sorgen über die Ursachen machen.
Seit 12 Jahren bin ich regelmäßig auf verschiedenen Hundeplätzen, war
auf unzähligen Ausstellungen und wohl eben so vielen Beardie-Treffen. Ich sehe
mir die Hunde nicht nur an, sondern arbeite in meiner Eigenschaft als Trainerin
des Clubs für Britische Hütehunde auch mit ihnen und gebe unter anderem
Pflegetraining.
Die häufigsten Ursachen für einen kurzhaarigen Bearded Collie sind
ganz einfach Pflegefehler. Das tägliche Kämmen ist genau so schlecht für das
Fell, wie zu wenig Pflege.
SO kommt man allerdings sehr schnell zu einem sehr ursprünglichen Hund!
Ebenfalls tragen Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Ernährungsfehler
und vieles mehr ganz entscheidend zum Haarkleid des Beardies bei und auch ein
Hund der unter Dauerstress steht, reagiert oft über seine Haut und sein Fell.
Unter „BC in Not“ können Sie die Geschichte von Deike lesen, die
eine Freundin und ich vor einigen Jahren aus schlechter Haltung geholt haben.
Sie sah damals dem „alten Typ“ sehr ähnlich, ganz einfach weil sie in einem
schrecklichen Pflegezustand und sehr unglücklich war. Heute ist sie ein glücklicher
gut gepflegter Beardie mit ganz normalem langem Fell.
Leider hört man auch immer noch vom reinen „Showhund“ oder
sogar „Showlinien“. Glauben Sie mir, das ist absoluter Quatsch! Ich kenne
keinen Beardie, der damit glücklich und zufrieden wäre nur für eine
Ausstellung aus seinem „Kämmerchen“ zu dürfen. Und wie schon gesagt, einen
unglücklichen Beardie erkenne ich auf den ersten Blick und Sie bestimmt auch.
Die so oft beschriebenen Hunde mit angeblich bodenlangem Fell wird es
sicher geben, aber sie sind genau so eine Ausnahme, wie der so genannte „alte
Typ“. Eigentlich ist es wie bei allen Dingen im Leben, Extreme egal in welche
Richtung, sind IMMER schlecht!
Also, was kann man denn nun tun, um einen gesunden, robusten und
nicht zu pflegeintensiven Bearded Collie zu bekommen??
Ich kann nur dringend zu folgendem raten:
Sehen Sie sich unbedingt verschiedene Zuchtstätten an. Lassen Sie sich
ALLE dort lebenden Hunde zeigen und achten Sie auf deren Pflegezustand! (Bei
einem gepflegten Beardie kommt man beim kraulen übrigens wirklich mühelos bis
auf die Haut.)
Leben die Hunde mit ihren Züchtern im Haus? Es nützt Ihnen gar nichts,
wenn die Welpen zwar Ziege und Esel kennen, aber keinen Staubsauger oder andere
Alltagsgeräusche.
Wie reagieren die erwachsenen Hunde, sind sie fröhlich und
aufgeschlossen oder eher unsicher und ängstlich?
Leben auch die älteren, nicht mehr in der Zucht stehenden Hunde noch
bei ihrem Züchter?
Ein guter Züchter ist stolz auf seine „Alten“!
Auch wie pflegeintensiv ihr Beardie einmal wird, lässt sich am besten
an seinen Eltern erkennen und da ist nicht unbedingt die Felllänge, sondern
viel eher die Struktur des Fells ausschlaggebend!
Je fester das Deckhaar, umso einfacher wird die Pflege des erwachsenen
Bearded Collies sein.
Zum Glück
gibt es viele wirklich gute Züchter im VDH, die Ihnen sicher mit Rat und Tat
zur Seite stehen werden, aber natürlich können Sie sich auch jederzeit mit
Ihren Fragen an mich wenden.
Und bitte vergessen
Sie nicht:
Der
Bearded Collie ist nun einmal ein wunderschöner langhaariger Hund, es ist eines
seiner Merkmale und kein Makel !!!


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